Sonntag, 23. Juni 2024

Demokratie - Franz Oppenheimer

Franz Oppenheimer, Soziologische Streifzüge, gesammelte Reden und Aufsätze, zweiter Band, Münschen 1927, S. 159-187.
[Erstveröffentlichung in: Der Staatsbürger, München u. a., Bd. 5, 1914, S. 18-35 und 57-68.]

Abstract: Kulturelles Erbe der Menschheit aus den Jahrtausenden ist die Beherrschung der Massen durch wenige (Oligokratie) oder einzelne (Monokratie). Demgegenüber war die Demokratie ursprünglich weder eine Weltanschauung, Theorie oder Ideal, sondern eine Reaktion auf die Oligokratie, mit der sie sich bis heute im Kampf befindet. Der Begriff »Demokratie« drückt den Anspruch auf Mitherrschaft des Volkes (Demos) aus, aber ist theoretisch unscharf, da ein Anschwellen der Mitregierung auf breiter Basis logisch die ausgeübte Herrschaft (Kratie) der Minderheiten zurückdrängt. "Herrschaft war nie etwas anderes als die rechtliche Form einer wirtschaftlichen Ausbeutung." Entsprechend ist die Demokratie in Vollendung eine Akratie, die nach Oppenheimer "das Ideal einer von jeder wirtschaftlichen Ausbeutung erlösten Gesellschaft" bedeutet. Die politische Aufhebung der Klassengesellschaft setzt ihre ökonomische Überwindung voraus. Alle Schwächen der Demokratie erwachsen aus den oligokratischen Resten vordemokratischer Zeiten.

https://www.franz-oppenheimer.de/fo14a.htm


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